piwik-script

Intern
    Institut für klassische Philologie

    Der Austausch von Theorien, Konzepten und Ergebnissen mit anderen Wissenschaftlern ist eine wichtige Grundlage für unsere akademische Arbeit. Dank dem Internet sind wir heute in der Lage, Informationen unterschiedlichster Art auszutauschen und die Kontaktaufnahme bzw. -pflege mit Kollegen weltweit ist nur noch einen "Klick" entfernt.

    Dennoch ist es gerade der Dialog und die direkte Begegnung auf Tagungen, Kongressen und Workshops, die uns sowohl auf wissenschaftlicher als auch persönlicher Ebene neue Impulse geben und unsere Forschung bereichern.

    Vor dem Hintergrund dieser Überlegungen organisiert und veranstaltet das Institut für Klassische Philologie mit seinen Lehrstühlen für Gräzistik (Lehrstuhl I) und Latinistik (Lehrstuhl II) regelmäßig Fachtagungen und -kongresse in der Würzburger Residenz. Die enge Zusammenarbeit mit wissenschaftlichen Verbänden und Institutionen ermöglicht es uns zudem als Mitveranstalter und -gastgeber unser Spektrum zu erweitern und zu bereichern.

    Alle relevanten Informationen zu vergangenen, aktuellen und zukünftigen Tagungen finden Sie auf den nachfolgenden Seiten.

    Programm zum 42. Sokratischen Treffen vom Freitag, 27.4.2018 – Sonntag, 29.4.2018

    Freitag, den 27. April 2018

    ab 20.00

    Christian Reiss und Studierende der Universität Würzburg

    Symposium mit Sokrates – Weinprobe mit Winzer und Rahmeninszenierung
    Bibliothek des Instituts für Klassische Philologie, Residenzplatz 2, 97070 Würzburg, 3.  Stock

     

    Samstag, den 28. April 2018

    9.30 Uhr Eröffnung: Prof. Dr. Michael Erler
    10.00-11.00 Dr. Tobias Dänzer, Würzburg

    Angelo Poliziano (1454-1494): Der Philologe als Aufklärer

    Der Florentiner Humanist Angelo Poliziano zählt zu den bedeutendsten Gelehrten der italienischen Renaissance: Er gehörte zum innersten Zirkel des Medicifürsten Lorenzo il Magnifico, der ihn im Alter von 26 Jahren auf den Lehrstuhl für Rhetorik und Poetik der Florentiner Universität berief. Als Dichter, Philologe und streitbarer Redner entfaltete Poliziano ein immenses Wirken, das das geistige Antlitz des Humanismus wesentlich prägte. Nicht zuletzt beeinflusste er mit seinem Werk die Kunst der Renaissance, indem er als Berater Botticellis und Michelangelos fungierte.

    In der Vorrede zu seiner Übersetzung des platonischen Charmides ins Lateinische attackierte Poliziano anerkannte Platonspezialisten seiner Zeit, darunter Marsilio Ficino, denen er vorwarf, ihren Platon nicht hinreichend zu verstehen. Poliziano weitete die Fehde über den Platontext zu einem generellen Disput über die richtige Interpretationsweise antiker Texte aus. Dabei wies er scholastische und frühhumanistische Deutungsansätze zurück und forderte ein gestuftes Textlesemodell, das die textkritische Aufbereitung zur Grundlage einer interdisziplinären, noch die geringste Wissenschaft einschließenden Interpretation macht. Als Philologe stritt er für die Anerkennung der antiken Texte, auch solcher scheinbar unbedeutender Autoren, als Autoritäten, die gleichberechtigt neben christlicher Literatur und selbst der Bibel stehen konnten, wodurch er den theologischen Wahrheitsanspruch durch vielfältige Wahrheiten, opiniones, ersetzte.

    Der Vortrag soll aufzeigen, wie die philologische Disziplin, wenn der Text als Autorität und der Mensch als Schöpfer des Textes in den Mittelpunkt rücken, zum angemessenen Ausdruck des renaissancezeitlichen Menschenbildes und der Philologe zum Aufklärer wird.

    PAUSE
    11.30-12.30 Dr. Katrin Dennerlein, Würzburg

    Philosophenlustspiele über Diogenes und Sokrates in Wien und Hamburg. Beispiele für aufklärerische Dramatik?

    Zwischen 1670 und 1725 werden an der Wiener Hofoper und an der Hamburger Gänsemarktoper erfolgreiche musiktheatrale Philosophenlustspiele gegeben, die aufklärerische Tendenzen vorwegzunehmen scheinen. Im Zentrum des Vortrages wird eine Diogenes- und eine Sokratesoper stehen, die 1674 respektive 1680 für den Wiener Hof geschrieben werden und in Hamburg 1691 respektive 1721 in adaptierten Fassungen ebenfalls gut in den Spielplan passen. Es soll gefragt werden, welche gesellschaftlichen Missstände jeweils angeprangert werden und inwiefern man von aufklärerischen Tendenzen sprechen kann.

     MITTAGSPAUSE
    14.30-15.30 Prof. Dr. Dominik Burkard, Würzburg

    Ein zweiter „Fragmentenstreit“? Die historisch-kritische Methodik in der katholischen Exegese der Aufklärungszeit

    16.00-17.00 Dr. Björn Freter, Berlin

    Lessings praktische Philosophie
    Tätige Aufklärung im bürgerlichen Trauerspiel »Emilia Galotti«

    Emilia Galotti lebt in einer merkwürdig verarmten Welt. Es ist vor allem ihre Mutter, die mit großer Härte bestimmt, was in die Wirklichkeitswahrnehmung ihrer Emilia vordringen darf und was nicht.

    Das zensierte Wirklichkeitsverstehen der Emilia beginnt genau in dem Moment zu zerbrechen, als sie sich selbst als verführbar entdeckt. Das oktroyierte Wirklichkeitsverständnis kann die eigene Verführbarkeit nicht begreifen. Emilia wird sich, so sehr sie die Verführbarkeit auch als ihre höchst eigene begreift, selber fremd: Diese brutale Unmittelbarkeit der eigenen Verführbarkeit darf es nicht geben.

    Emilia wird diesen Kampf gegen die eigene Verführbarkeit bekanntlich mit Ihrem Leben bezahlen müssen. Sie kann nur sie selbst bleiben, wenn die Möglichkeit der Verführung nicht mehr Wirklichkeit werden kann: Sie muss sterben. Diese unerhörte Katastrophe ist unmittelbare Konsequenz der Anstrengungen Emilias Wirklichkeitshermeneutik zu beschneiden. Sie wird durch ihre Verführbarkeit mit brutaler Plötzlichkeit einer Wirklichkeit gewahr, die sie nicht zu verstehen vermag. Von Verführbarkeit hat sie nie gehört, von ihr ergriffen zu werden, hat sie nie erwartet. Sie ist gleichsam ein erstarrter Mensch, auf Vielfalt, das Neue, das Unerwartete gar nicht eingerichtet.

    Ich begreife Lessings Trauerspiel als eine bittere, dennoch vorsichtig hoffnungsvolle Polemik gegen diese Brutalismen der Verunselbständigung des nächsten Menschen. Und darin liegt ein Kernelement von Lessings praktischer Philosophie, die den Menschen fordert und fördern will, der seiner selbst ermächtigt das tun kann, was ihm als das erscheint, was zu tun ist!
    PAUSE
    18.15-19.45

    Wolfgang Kessler, Chefredakteur der Zeitschrift Publik-Forum

    Gefährlicher Reichtum
    Warum wir in Deutschland eine gerechtere Verteilung brauchen

    Die Kluft zwischen Arm und Reich wächst. Die Reichen werden reicher, doch in Kindergärten, Schulen, Universitäten, Pflegeheimen, Jugendhäusern oder für Maßnahmen gegen Armut fehlt es an Geld. Die wachsende Kluft zwischen Arm und Reich ist ungerecht. Sie ist aber auch gefährlich, denn der Reichtum wird kaum mehr investiert, sondern fließt auf die Finanzmärkte und kann den nächsten Crash befördern. Die wachsende  Schere zwischen Reich und Arm ist jedoch kein Naturereignis, sondern die Folge einer bestimmten Politik.

    Doch Politik kann sich ändern. In seinem Vortrag „Gefährlicher Reichtum“ beschreibt der Wirtschaftswissenschaftler Wolfgang Kessler, Chefredakteur der christlichen Zeitschrift Publik-Forum, wie diese Gesellschaft gerechter gestaltet werden kann. Ganz in der christlichen Tradition, wonach der Umgang mit den Armen zeigt, wie menschlich eine Gesellschaft wirklich ist.

    Ort: Toscanasaal in der Residenz

    ab 20.00 Gemeinsames Abendessen und Beisammensein im Bürgerspital, Theaterstr. 19, 97070 Würzburg

    Sonntag, den 29. April 2018

    9.00-9.45 Mitgliederversammlung
    10.00-11.00 Marion Schneider, Würzburg

    Sokrates Eulenspiegel – Vom weisen Narren zum modernen Kabarett

    Bericht aus dem Workshop für Studierende, in dem wir einmal die komische Seite der Philosophie und Figur des Sokrates genauer unter die Lupe nehmen, Gemeinsamkeiten zu anderen Schelmenfiguren und „weisen Narren“ in der christlich-jüdischen, muslimischen und buddhistischen Tradition suchen und uns schließlich über die Idee eines „sokratischen Kabaretts“ Gedanken machen.

    Die Tagung findet, sofern nicht anders angegeben, in der Bibliothek des Instituts für Klassische Philologie der Universität Würzburg im 3. Stock der Würzburger Residenz (Residenzplatz 2, Tor A, 97070 Würzburg) statt.

    Hinweis zum Datenschutz

    Mit 'OK' verlassen Sie die Seiten der Universität Würzburg und werden zu Facebook weitergeleitet. Informationen zu den dort erfassten Daten und deren Verarbeitung finden Sie in deren Datenschutzerklärung.

    Hinweis zum Datenschutz

    Mit 'OK' verlassen Sie die Seiten der Universität Würzburg und werden zu Twitter weitergeleitet. Informationen zu den dort erfassten Daten und deren Verarbeitung finden Sie in deren Datenschutzerklärung.

    Kontakt

    Institut für klassische Philologie
    Residenzplatz 2, Tor A
    97070 Würzburg

    Tel.: +49 931 31-80445
    Fax: +49 931 31-82419

    Suche Ansprechpartner

    Residenzplatz 2