Fachdidaktik

 

Unter Didaktik versteht man heute allgemein die Wissenschaft vom Lehren und Lernen (Unterrichtslehre) oder die Theorie der Bildungsinhalte und des Lehrplans.

 

Im Rahmen der Alten Sprachen umfasst die Didaktik folgende Bereiche:

  • Anwendung und Umsetzung aktueller Erkenntnisse und Forschungsergebnisse der Lernpsychologie und der Psycholinguistik auf die Alten Sprachen
  • dadurch Steigerung der Lerneffizienz und des Lernerfolges, überhaupt der Akzeptanz des Faches in einer immer mehr kritischen Öffentlichkeit
  • Anregungen für die Arbeit an neuen Unterrichtswerken, unterstützende Mitarbeit bei der Konzeption neuer Lehrpläne
  • stete Neuorientierung und Entwicklung von Konzeptionen bei der Lektürearbeit: Motivierung durch Aktualisierung der Interpretationsansätze unter Einarbeitung der neuesten fachwissenschaftlichen Forschungsergebnisse, didaktische und methodische Aufbereitung geeignet erscheinender Texte
  • konsequente Diskussion und Entwicklung der Möglichkeiten des Einsatzes neuer Medien, vor allem des Computers im Unterricht, im Prozess des angeleiteten Lernens, in der „Freiarbeit“ des Schülers
  • Untersuchung, kritische Prüfung, Fortentwicklung neuer Unterrichtsformen („NUFO“)
  • Sichtung des Internet und der einschlägigen Datenbanken hinsichtlich der Nutzbarkeit für den Unterricht
  • Wahrung bzw. Wiederherstellung der Verbindung der für die Alten Sprachen notwendig engen Verbindung zwischen der Fachwissenschaft als Philologie, d. h. als Literaturwissenschaft und den neuen Lernzielen des gymnasialen Lehrplans, der eine Schau der antiken Welt mit ihrer Geschichte, Religion, Kunst usw. in den Mittelpunkt rückt

    Hier leistet die Didaktik die Ergänzung zur Fachwissenschaft, indem sie die vielfachen, vom Lehrplan geforderten Inhalte in einer geeigneten Weise erschließt und Konzeptionen für die Umsetzung im Unterricht erarbeitet bzw. anbietet.

    Hierzu gehört auch die didaktisch-methodische Aufarbeitung der mittel- und neulateinischen Literatur, die nicht an allen Universitäten Gegenstand der Forschung und so des Unterrichtsprogrammes ist.

Die Fachdidaktik wahrt den Kontakt zur Schule insbesondere durch die Betreuung der studienbegleitenden Praktika (begleitende Veranstaltung mit grundsätzlicher Einführung in die Praxis des Unterrichtens, Besprechung von Unterrichtsversuchen der Praktikanten, Diskussion aktueller Fragen des Unterrichts in steter Zusammenarbeit mit den Praktikumslehrern der Gymnasien).

Der enge Kontakt mit der Schule bindet die Fachdidaktik in die Vermittlung der spezifischen Leistungen des Alten Sprachen im Rahmen des gymnasialen Fächerkanons bei Eltern und Schülern ein. Sie leistet so einen wichtigen Teil der immer wieder neu zu anzuregenden Öffentlichkeitsarbeit, indem sie den Kolleginnen und Kollegen an der Schule Argumentationshilfen anbietet, sich überhaupt als Ansprechpartner für Interessierte versteht.

Wesentlich ist und bleibt dabei, bei den zukünftigen jungen Kolleginnen und Kollegen die Freude an der Beschäftigung mit den Alten Sprachen in der Schule und einer sich stetig wandelnden Gesellschaft zu erhalten oder neu zu wecken, da diese nach außen hin am meisten überzeugt und die produktive Auseinandersetzung mit den Fächern Griechisch und Latein fördert (nur wer selbst begeistert ist, kann auch andere begeistern).