Macropedius Drama Corpus
Das Projekt des Macropedius Drama Corpus fördert studentische Forschung. Im Rahmen von DH-Kursen erlernen Studierende die Grundlagen der Textaufbereitung in XML/TEI. Sie setzen die neu erworbenen Kenntnisse direkt in die Praxis um und bereiten Dramen des neulateinischen Dramatikers Georgius Macropedius gemäß dem TEI-Standard auf. Im Anschluss an die Textaufbereitung werden die Dramentexte im NeoLatDraCor veröffentlicht. NeoLatDraCor ist Teil von DraCor, einer digitalen Infrastruktur für die Analyse von Dramen von der Antike bis ins 20. Jh. Die Studierenden können ihre Arbeit somit zitierfähig veröffentlichen und einen eigenen Beitrag zu einer wichtigen Plattform der Digital Humanities leisten. Außerdem lernen sie digitale Analysemöglichkeiten von Texten im TEI-Format kennen.
Georgius Macropedius (1487–1558) verfasste 12 neulateinische Dramen, die weithin in Europa gelesen, übersetzt und aufgeführt wurden. Beispielsweise wurde Macropedius’ Drama „Hecastus“ (1539) von Hans Sachs in „Ein comedi von dem reichen sterbenden menschen, der Hecastus genannt“ (1549) aufgegriffen. Sachs’ Bearbeitung wiederum liegt Hugo von Hofmannsthals „Jedermann“ (1911) zugrunde. Mit dem Projekt des Macropedius Drama Corpus wird dieses Oeuvre für die digitale Analyse aufbereitet. Als Teil der DraCor-Infrastruktur können die Texte des Macropedius zudem in digitalen Analysen mit verwandten Texten in anderen Sprachen verglichen werden, beispielsweise mit den deutschsprachigen, englischsprachigen oder niederländischen Jedermann-Dramen.
Das Projekt startete 2022 an der Ruhr-Universität Bochum, wurde 2023 an der Freien Universität Berlin weiterverfolgt und wird ab 2026 an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg fortgesetzt.
