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    Institut für klassische Philologie

    Boris H o g e n m ü l l e r: Über die Orte der Theologie (De locis theologicis): Melchior Cano, Gaspard Juenin, Girolamo Buzi, Johann Opstraet und Benedict Stattler

    WJA Band 36, 2012. ab Seite 169

    Textauszug

    Vorwort

    Der Begriff des locus theologicus entwickelte sich erst recht spät im 16. Jahrhundert in Anlehnung an die klassische Topiklehre der Dialektik und Rhetorik. Vorbild für die Definition war neben den antiken Topiken des Aristoteles und Ciceros, auf die weiter unten näher eingegangen werden soll, auch das neuzeitliche Traktat Rudolph Agricolas De inventione dialectica. In Anlehnung an Aristoteles, der in den τοτοῖ die für alle Wissenschaften gemeinsamen Grundwahrheiten erkennt, definiert Cicero die loci spezifischer als sedes, e quibus argumenta promuntur, wodurch er zu folgendem Schluss kommt: locum esse argumenti sedem, argumentum autem rationem quae rei dubiae faciat fidem. Diese mehrdeutige Ansicht der Antike führte in der Theologie zu unterschiedlichen und, wie es Max Seckler formuliert, geradezu ,,konfessionsspezifisch" geprägten locus-Auffassungen.

    Indirekt belegt findet sich der Terminus des theologischen Ortes erstmals in der von Philipp Melanchthon verfassten Schrift Loci communes rerum theologicarum, Wittenberg 1521, in der erweiterten Fassung daselbst 1545. Für Melanchthon sind die loci Hauptpunkte, in denen die summa jeder Wissenschaft zusammengefasst wird (quibus artis cuiusque summa comprehenditur) und die gleichsam als Ziel gelten (ad quem om­nia studia dirigimus). Sie sind somit,,( ... ) die zentralen Inhaltspunkte und Erkenntnisgegenstände (Themen) der Glaubenslehre", deren Inhalte - Melanchthon selbst nennt sie capita - Gott, die Schöpfung, der Mensch, die Sünde u.a. sind. Melanchthons Konzeption seiner loci versteht sich somit,,( ... ) als Raster der theologischen Stofferfassung bzw. als Organisationsschema der Stofibehandlung".

    Eine andere Richtung hat hingegen die Entwicklung auf katholischer Seite genommen. Der spanische Dominikanertheologe Melchior Cano (1506/09 bis 1560) gilt  ...

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