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    Institut für klassische Philologie

    Wolfgang H Ü B N E R

    WJA Band 35, 2011. Seite 33-60

    Textauszug

    Ein Horoskop ist ein hochkomplexes Gebilde und setzt sich aus mehreren Parametern zusammen. Eine Veröffentlichung ist daher ein kompliziertes  Unterfangen. Häufig wird nur ein besonderes Merkmal hervorgehoben: etwa ein markanter Planet oder - öfter ein Tierkreiszeichen, das zur Zeit der Geburt entweder im Aszendenten stand ( d.h. den Osthorizont passierte) oder in dem sich die Sonne, der Mond oder das sogenannte ,Glückslos' (Κλῆρος Τύχης) befand - um nur das Wichtigste zu nennen. Dieser Reduktion von Komplexität zugunsten einer faßlichen Emblematik entspricht sprachlich der Terminus ὡροσκόπος, ,Stundenschauer', der ursprünglich nur den Aszendenten und erst später die ganze genitura oder nativitas bezeichnet, es handelt sich also auch hier um eine pars pro toto.

    Dem Unterschied zwischen Öffentlichkeit und Privatheit entspricht in der astrologischen Lehre die Unterscheidung zweier Grundarten der Horoskopie, des γένος καθολικόν (des allgemeinen) und des γένος γενεθλιακόν (des individuellen).

    Das ursprünglichere γένος καθολικόν fragt seit den Babyoniem nach dem Schicksal einer Stadt, eines Landes oder gar der ganzen Welt, dagegen das erst im Hellenismus aufgekommene γένος γενεθλιακόν nach dem Schicksal einer Einzelperson. Beide Arten der Horoskopie treffen in der Person des Herrschers zusammen, der bei den Babyloniem das von ihm regierte Land repräsentierte. In Rom machte man später - wenigstens theoretisch - einen Unterschied: Bis zur Thronbesteigung war jemand eine Privatperson, danach als κοσμοκράτωρ sakrosankt und somit den Sternen nicht mehr
    unterworfen.

    Insgesamt begegnen uns die verschiedensten Fonnen von Veröffentlichung, archäologische und literarische: Denkmäler von der Kleinplastik (Münzen, Glaspasten, Kameen) und der Großplastik bis hin zur Architektur; man hat sogar ausgedehnte urbanistische Anlagen in Betracht gezogen. Unter den schriftlichen Quellen finden wir Kritzeleien auf Papyri, Diagramme, ausgearbeitete Texte, Beispielhoroskope in astrologischen Handbüchern, Sphragiden in Lehrgedichten und schließlich Geburtshoroskope in Lebensbeschreibungen bis hin zu den romanesken Gattungen. ...

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