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    Institut für klassische Philologie

    Martin S t a d l e r: Die Krönung der Ptolemäer zu Pharaonen

    WJA Band 36, 2012. Seite 59-96

    Textauszug

    In althistorischen Arbeiten ist fast jeden ptolemäischen König betreffend die Aussage zu finden, er hätte sich in Memphis von den dortigen Priestern nach ägyptischem Ritus zum Pharao krönen lassen. Die Formulierungen in der Forschungsliteratur - einige werden im Folgenden zitiert - wirken allzu oft so, als ob den Autoren Bilder vor­schwebten, wie sie von europäischen Monarchen überliefert sind und erstmals 1953 weltweit von der Krönung Elisabeths II. im Film zu sehen waren:Der Hohepriester von Memphis krönt den Herrscher und ist damit eine Art antiker Vorläufer des Papstes, des Erzbischofs von Mainz, Reims oder Canterbury.

    Ägyptologen haben jedoch schon Schwierigkeiten zu bestimmen, welche Krone der vielen verschiedenen Kronen, die ein Pharao mit ihren je eigenen Symbolwerten tragen kann und trägt, ein Hohepriester überhaupt einem zu Krönenden aufsetzen könnte. Es muß nicht nur die Doppelkrone sein. Die in den Darstellungen gezeigten Kronen sind eher Hieroglyphen und insofern zu lesen. Keine ist archäologisch nachgewiesen, außer einem Diadem im Grabschatz des Tutancharnun, und viele sehen so aus, als ob sie in der Praxis nicht getragen werden konnten.

    Die vermeintlichen Assoziationen zum Okzident gehen sogar noch weiter: Koenen hat nämlich das Datum des christlichen Epiphaniasfestes, den 6. Januar, auf die ägypti­sche Krönung Ptolemaios' I. Soter zurückgeführt. Das gelingt ihm aber nur, nachdem er mit dem makedonischen Kalender, dem ägyptischen Wandeljahr und den Sothisjahren ...

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