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    Institut für klassische Philologie

    Heinrich H e t t r i c h: Zum Dativ im Vedischen und in anderen indogermanischen Sprachen

    Heinrich He t t r i c h: Zum Dativ im Vedischen und in anderen indogermanischen Sprachen

    WJA Band 35, 2011. Seite 83-102

    Textauszug

    0. In der sprachvergleichenden Standardliteratur zu den indogermanischen Kasus werden meist die zwischensprachlichen Übereinstimmungen im Gebrauch hervorgehoben. In den hier folgenden Abschnitten geht es genau umgekehrt uin Unterschiede und deren Zustandekommen. Ziel ist die Rekonstruktion eines syntaktischen Entwicklungsprozesses durch die genaue Beobachtung des philologischen Befundes einerseits und seine Bewertung aufgrund einzelsprachenilbergreifender Regularitäten des syntaktischen Wandels andererseits.1. Im Rgveda (RV) gelten für den Dativ der Person u.a. folgende Merkmale:

    • Es wird ein Einwirken auf die Person im Dativ bezeichnet. Dieses ist nicht zufälIig, sondern intentional und wird vom Sachverhaltsträger oder Sprecher bewußt angestrebt.
    • Gegenüber diesem Einwirken behält die bezeichnete Person ihre Selbständigkeit und Reaktionsfähigkeit; sie wird nicht in patiensartiger Weise manipuliert.

    Diese Merkmale weisen dativische Nominalphrasen (NPs) innerhalb und außerhalb des jeweiligen Valenzrahmens auf, so in folgenden Beispielsätzen, bei denen die Dative in (l)-{3) valenzgesteuert sind, während sie in (4) und (5) nicht in den Valenzrahmen gehören. (l) 3,57,64 (transitive Konstruktion)                  tAm asmabhyaM pramatiM jAtavedo vaso rAsva                  ,,Diese Vorsorge, Jatavedas, Guter, gewähre uns!" ...

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